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Berichte über den Lehrgang in Bad Kissingen 2013

Die Lehrgangswoche in Bad Kissingen – eine Zusammenfassung gesammelter Eindrücke, Meinungen und Beiträge von Lehrgangsteilnehmern zum Nachlesen:

Siebter Tag – Trainer C Latein

Sechster Tag – Trainer C Standard

Fünfter Tag – Standard

Vierter Tag – Standard

Dritter Tag – Überfachlich

Zweiter Tag – Latein

Erster Tag – Latein


Siebter Tag – Trainer C Latein

Ein letzter Höhepunkt erwartete die Trainer C mit dem Lateinteil. Heide Glaser schreibt: “Den Lateinteil der Trainer C Schulung übernahm Dirk Heidemann. Bei dem Thema “Space” ging es ihm vor allem um den “Raum im Paar”, sowie jederzeit auf seine(n) Partner(in) und auf das Umfeld eine positive Energie auszustrahlen.
Dies verdeutlichte er in der Rumba u.a. mit der Unterteilung in Achtel bei Aktionen wie Open Hip Twist, Hockeystick und Ein –und Auswärtsdrehungen.
In der Samba waren ihm die Sechzehntel Noten am Wichtigsten. In einer kleinen Soundübung mit den Trainern machte er dies eindrucksvoll deutlich. Danach wurden fleißig die verschiedenen Aktionen wie Wischer, Voltas etc. trainiert.

Für den letzten Schulungsteil hatte Dirk eine kleine Swing Folge vorbereitet. Weg vom Gimiktanzen, klar hin zum „Swing-Jive“ mit den Akzenten auf 2, 4, 6 und 8 wird der Swing flach getanzt mit Führung durch Verlagerung des Körperschwerpunktes nach hinten, so dass ein “Zuggefühl” entsteht. Das Einüben der Folge brachte den Teilnehmern viel Spaß und eine Menge Lernerfolge und neue Erkenntnisse. Vielen Dank auch an Petra Matschullat-Horn, die Dirk in hervorragender Weise beim vortanzen unterstütze. Dirk überzeugte in seiner gekonnt lockeren Art die Teilnehmer und brachte sie dazu, bis zum Schluß aktiv mitzuarbeiten und wurde für den gelungenen Tag mit Standing Ovations verabschiedet.

Vielen Dank dafür, es war ein toller Abschluss für die super Woche.”

Sechster Tag- Trainer C Standard

Es kommt nicht häufig vor, das für einen Trainer C-Lehrgang Referenten wie Alessandra Bucciarelli und William Pino gewonnen werden können. Peter Hahne schreibt zu diesem Ausnahmelehrgang: “Einen absoluten Höhepunkt bot die TSTV dieses Jahr den Teilnehmern der Trainer-C-Schulung. William Pino und Alessandra Bucciarelli. Sie wussten gemeinsam mit ihrem italienischen Charme und der Brillanz eines der besten Tanz- und Trainerpaares zu begeistern. Wie baue ich ein Tanzpaar von Anfang an richtig auf? Die Grundlagen der Fußarbeit, die mehr als nur die Fußtechnik allein, aus einem Menschen einen Tänzer entstehen lassen, wurden mittels praktischen Übungen und Bildvergleichen aus dem alltäglichen Leben genauso für die Unterrichtspraxis erklärt, wie die Beinarbeit und das Körperzentrum. Bewegungsabläufe so elegant wie bei einem Schwan wurden gegen die einer “aufgeschreckten Ente” klar unterscheidbar demonstriert. Der Ablauf eine korrekte Tanzhaltung einzunehmen muss genauso einstudiert sein, wie beispielsweise das Fahren eines Autos. Ansonsten kann das Paar in der Turniersituation nicht richtig funktionieren. Als wundervollen Abschluss faszinierten William und Alessandra mit einem emotionalen Slowfox, in der nur noch genossen werden durfte… ”

Frank Eiben schildert seine Eindrücke wie folgt: “Der Trainer-C-Lizenzerhalt-Lehrgang startete am Samstagvormittag mit den Weltmeistern Alessandra Bucciarelli und William Pino aus Italien. Die beiden begeisterten die Teilnehmer mit ihren sehr wertvollen Informationen zu den Grundlagen und Trainingsmethoden in den Standardtänzen. Sie machten u.a. deutlich, dass es einen Unterschied zwischen Fußarbeit und Arbeit der Füße gibt. Darüber hinaus wurde auch eindrucksvoll vermittelt, welche Methoden für den richtigen Körperaufbau eines Tänzer angewandt werden können. Sie zeigten den Teilnehmern ebenso, was die Haltung im Tango von der Haltung in den Schwungtänzen unterscheidet, und wie diese möglichst einfach unterrichtet werden kann. Zum Abschluss begeisterten Sie uns noch mit ihrem wundervoll getanzten Slowfox.”

Fünfter Tag – Standard

Das Team Laxholm, Pino, Bucciarelli bestritt auch den gesamten letzten Tag des Semiars für Dipl. Trainer, Trainer A und Trainer B. Niko Riedl schreibt hierzu: “Nach den “leichten” Tango-Schritten war nun der Langsame Walzer dran. Erneut lautete die Botschaft: Gut aussehen – in allen Runden durchhalten – Führen und Folgen beherrschen. Das Technik-Buch sei zwar die Grundlage für die Geometrie der Schritte und die Fußarbeit. Für das richtige Bewegen sind jedoch grundlegende körperliche Parameter im täglichen Grundlagentraining zu erlernen und nach Möglichkeit zu automatisieren. Das beginnt bereits mit dem Aufstellen. William und Alessandra zeigten in leicht verständlicher Form die “Reihenfolge” auf, die sich ständig wiederholen und als Ritual in die tägliche Arbeit eines Turnierpaares einfließen sollte. Als Ablauf empfahl William:

1.) Abstand (zwischen Tango und Langsamen Walzer leicht unterschiedlich) =>
2.) Körperspannung/Rahmen =>
3.) leichter Körperkontakt

Danach ging es an die Aufarbeitung eines der am weitesten verbreiteten Fehler im LW: Das falsche Angehen und Betonen des Schrittes “1”. Dadurch wird die Bewegung schwer und das leichtfüßige “Fliegen” zu Phase “2” erschwert bzw. verhindert. Mit leicht verständlichen Übungen und taktilen Hilfestellungen wurde dem in Einzel- und Paar-Arbeit abgeholfen.”

Peter Müller beschreibt sein Eindrücke so: “Die drei Referenten schilderten abwechselnd eindrucksvoll wie ihre seit 1992 andauernde Zusammenarbeit zu den Erfolgen (mehrfache Weltmeister in Standard und Kür Standard) des Paares Pino/Bucciarelli führten. Mit viel Humor wurde demonstriert, wie sich das Verhalten im Raum durch bestimmte Übungen verändert. Besonders die Demonstration der Promenade unter der Einbeziehung der Übung “Fisch” (eine Rolle durch den Körper) überzeugte die letzten Zweifler vom Sinn der gelegentlich fremdartigen Übungen. Die Essenz des Ganzen beschrieben die 3 Referenten sinngemäß mit:
Man sollte nicht versuchen etwas richtig zu machen, sondern Fähigkeiten trainieren! Richtig wird es dann von alleine.

Zum Abschluss tanzten die Beiden als Geschenk an Hans Laxholm zum ersten mal eine neue Slowfoxtrott-Show (und das nach 2 Jahren Baby-Tanz-Pause), die uns Alle emotional tief bewegte. Hoffentlich sehen wir Sie bald wieder!”

Vierter Tag – Standard

Mark Schulze-Altmann schreibt zu Max-Ulrich Busch: “Die Einheiten von Max zum DTV Jahresthema “Space” wurden in hervorragender, verständlicher Weise von einem wie immer professionell vorbereiteten Referenten vorgetragen und visuell von sehr gut aufgelegten Renata Busheva und Valentin Lusin dargestellt. Zunächst der theoretische Teil in dem Max die Definition von Raum und die Physiologie aus Sicht der Wertungsrichter erläuterte: Sehen – Erkennen – Bewerten. Zwei kurze Videoclips zur Entstehung des menschlichen Ganges führten zu den elementaren Bewegungsformen Translation, Modulation und Rotation. Theoretisch wunderbar fundiert brachte Max uns diese abstrakten Begriffe näher und kam zum Kern seines Vortrages: Wir haben im Tanzen Kombinationen dieser Bewegungsformen und deshalb muß ein Tanzpaar die Biomechanik genau zerlegen und wissen, wann und wo die Schnitte zwischen den Bewegungsformen sind. Max hatte dafür sechs verschiedenen Folgen von Langsamer Walzer, Slowfoxtrott und Tango zusammengestellt, die dann von den Teilnehmern jeweils nach beeindruckenden Demonstrationen von Renata und Valentin im Selbstversuch gemeistert werden sollen. Nun konnten alle Teilnehmer selbst das Thema der Lecture am eigenen Leib erfahren: Definition der Schnittpunkte.”

Im weiteren Verlauf des Tages galt es zuerst eine Erwartungshaltung zu korrigiern. Es hatte sicherlich ein Großteil der Teilnehmer eine Lecture erwartet nach dem Muster:

– Pino kommt in den Saal
– Pino legt wunderbare Musik auf
– Pino lässt schöne Übungsfolgen tanzen
– Pino tanzt mit Allesandra
– Gänsehaut
– Standing Ovations und ein tolles Gefühl für den Rest des Abends

So hatte aber das Dreiergespann der Referenten anderes im Sinn. Hier wurde das verwirklicht, was sich schon immer viele Teilnehmer in ihrem Feedback zum Lehrgang wünschen: Es wurde aus dem Nähkästchen geplaudert.

Zur Lecture von Alessandra Bucciarelli, William Pino und Hans Laxholm schreibt Thomas Rostalski: Das Team Laxholm, Bucciarelli, Pino sind hervorragend aufeinander abgestimmt. Ihr Thema, welches nicht weniger als ein “Change of Thinking” von den Teilnehmern fordert und aus den Trainingsmethoden besteht, mit welchen Hans Laxholm zum Erfolg von Pino/Bucciarelli beigetragen hat, wurde im Tango eindrucksvoll demonstriert und verständlich vermittelt. Den Lehrgangsteilnehmern werden die Anleitungen und Trainingshinweise sicherlich bei ihrer zukünftigen Arbeit weiterhelfen. Der Freitag wird bestimmt sehr interessant, wenn sie dieses Thema auch in die andren Tänze übertragen.

Christoph Groß-Somfleth meint: Eine besondere Ehre wurde den Teilnehmern des diesjährigen TSTV-Sommerkongresses zu Teil. Hans Laxholm aus Dänemark sowie William Pino und Alessandra Bucciarelli aus Italien, alle ehemalige Weltmeister, referierten im Team-Teaching und gaben den Teilnehmern interessante Einblicke in ihre Erfahrungen als Tänzer und Trainer. In kurzweiliger Art und Weise wurde vermittelt, wie bedeutsam das Erlernen richtiger Technik ist, um vom „Socialdancer“ zum „Artist“ zu werden. Der Fokus der Weltmeister richtete sich dabei auf das korrekte Aufnehmen des Körpers und körperinterne Bewegungsprozesse, die unabdingbar sind für richtiges und ausdrucksstarkes Tanzen. Anhand einer einfachen Basicsequenz im Tango wurde verdeutlicht, dass Timing, Körperpositionen und Balancen miteinander kumulieren, sich also wechselseitig beeinflussen. Hans Laxholm verstand es mittels lustiger Beispiele und Metaphern die Aufmerksamkeit der Trainerinnen und Trainer stets aufrecht zu erhalten. Die exzellente tänzerische Demonstration von William und Alessandra fesselte die Teilnehmer und weckt Vorfreude auf den bevorstehenden Lehrgangstag…

Astrid Groger schreibt zu dem Referententrio “Hans Laxholm referierte im Wechsel mit William Pino, ab und zu gab auch Alessandra ihre Stellungnahme aus Sicht der Dame ab. Die Referenten stellten ihr ausgeklügeltes System vor, aus Tanzschülern durch die drei Stadien „natural“, „sport“ und „artist“ einen Topturniertänzer zu machen. Im Stadium „natural“ ging es z.B. darum, die Tänzer das aufgerichtete Laufen (nicht nur auf die Fläche) mit „push“ und „pull“ in den Beinen zu lehren. Die Demonstration von Negativbeispielen durch Pino sorgte dabei immer wieder für heitere Atmosphäre.

Hans Laxholm erwähnte, dass auch Allessandra und Pino durch diese Schule der Disziplin gegangen seien und nahm uns Trainer mit auf eine Reise durch seine Schwerpunkte in „body, feet, hands and spine“. Intensive Übungen mit teils ungewohnten Methoden wie das Abklopfen des jeweiligen Standbeines zur Aufrichtung der dazugehörigen Hüfte unter den Körper wurden von den Teilnehmern intensiv ausprobiert und erfühlt, teilweise auch kritisch diskutiert. Ein wichtiges Thema für Hans Laxholm war die Idee des „natural opposite“, die besagt, dass die Anwendung des jeweiligen Gegensatzes im Körper bzw. in den Gedanken die richtige Aktionsspannung entstehen lässt, um gut zu tanzen. Beispiele dafür seien: push und pull, forward und backward (beim Rückwärtstanzen „vorwärts denken, bzw. sogar laut aussprechen), tension und relax an Beispiel en wie „Spanish drag“ und beim Ausweichen sowie „up and down“ (beim Senken an „hoch“ denken und umgekehrt).

Sehr ausführlich wurde von William die immer gleiche (!!!) Prozedur zur Haltungsaufnahme gezeigt und mit den Teilnehmern erarbeitet, die sich in den Schwungtänzen natürlich deutlich von der im Tango unterscheidet. Neu durfte für einige gewesen sein, dass der HERR den Kontakt zur Dame herzustellen habe und nicht umgekehrt und dass die aufgebaute Haltung eine instabile Position sein sollte, die direkt in den ersten „swing“ bzw. die „walks“ im Tango führt. Sehr ausführlich erprobt wurden auch diverse Übungen gegen die Überbetonung von Taktschlag 1 im Waltz, indem nur 2,3 gezählt werden durften. Mit großer Disziplin seien manche Übungen möglichst 3x täglich zu wiederholen. Sie hatten Namen von hohem Wiedererkennungswert wie „bicycle“ oder „fish“ (für hohe Flexibilität und gefühlvolles und trickreiches Tanzen). Der „diamond“ diente dem Üben von „inline und outside walks“ im Paar, wobei entweder der linken (gefassten) Hand des Herrn bzw. seinem rechten Ellenbogen zu folgen sei.

Auch zum möglichst simplen Erlernen von CBM und CBMP gab es einfache Übungen. Die Kernaussage war, dass das Paar sich niemals „straight“ geradeaus bewegt sondern immer auf Diagonalen. Hans Laxholm lebt nach vielen Jahren in London seit 10 Jahren mit seiner Familie in Dänemark, wo er sich viel mit social dancing beschäftigt. Es wird spannend sein zu testen, ob sich diese äußerst klare und strukturierte Herangehensweise auch für unsere Paare eignet. Immerhin sollen Pino/ Buccarelli und unsere Toppaare wie Ferrugia/ Köhler auch „aus diesem Stall“ kommen… . Das Schlusszitat von Hans Laxholm zu seinem Konzept lautete: “We have to move on from the technique book in a safe way, we have to train the body, so that in the end it does the right things without thinking.”

Dritter Tag – Überfachlich

Tatiana Müller über Prof. Dr. Hans Eperspächer: “Es ist alles nur in deinem Kopf!” So kann man das Thema des heutigen Tages bezeichnen.

Prof. Dr. Hans Eberspächer, renommierter Sport-Psychologe, hat den Teilnehmern in sehr entspannter und lustiger Atmosphäre erklärt, wovon die Leistung abhängt, wie ein Team und die Kommunikation darin funktioniert und wie man mit Stress umgeht. Egal welche Probleme (Erfolge oder Misserfolge) wir haben, es beginnt immer im Kopf. Wenn wir uns sicher fühlen, dann können wir jede Aufgabe meistern. Aber sobald es schwierig wird denken wir über die Folgen nach. Was passiert wenn… Und sobald der Kopf, die Gedanken, sich damit beschäftigen wird es immer schwieriger sich auf das wesentliche zu konzentrieren, auf unseren Job, nämlich TANZEN!

Um Tanzen zu können braucht man ein Navigation-System (kurz Navi), das keine Emotionen hat, in das man ein Ziel eingibt und sich dem Schritt für Schritt nähert. Der wichtigste Schritt ist immer der nächste, so Prof.Dr.Eberspächer. Um das Navi zu programmieren braucht man Instruktionen, die adressatenadäquat sind (die Instruktion soll auf den Empfänger abgestimmt sein) und Anstrebungsziele beinhalten. Wenn der Trainer es gut erklärt, braucht er ganz wenige Worte. Der Sinn der Instruktionen entsteht beim Empfänger. Deswegen sollte man immer nachfragen was der Schüler verstanden hat. Er soll diese Information spiegeln. Dies kann mit Worten, schreiben, jemand anderen erklären oder vormachen geschehen. Der Schüler soll diese Instruktionen wie ein Gedicht auswendig lernen. Daraus soll er die Knotenpunkte isolieren, die er Schritt für Schritt durchlaufen muss, um zum Schluss zum richtigen Rhythmus zu gelangen. Weiter ging es mit dem Thema “Team”.

Ein Team soll Synergien bilden, d.h. sich gegenseitig unterstützen und trotzdem auf eigene Aufgaben konzentrieren. Jeder aus dem Team ist ein Experte, der respektiert werden soll. Zuhören zu können, gehört dazu. Und das funktioniert nur wenn der Partner wertgeschätzt wird. Bei der Analyse vom Misserfolg, aber auch Erfolg, die mit der gleichen ernstigkeit betrachten werden sollen, muss man auf 3 “W” sich konzentrieren: was war?, warum? & wie geht es weiter? Das Thema Kommunikation lag Prof.Dr. Eberspächer sehr am Herzen. Hier gab es viele Beispiele von falscher und misslungener Kommunikation, aber genau so Erklärungen und Lösungen wie es richtig funktioniert. Das Allerwichtigste ist das Zuhören , was ohne Wertschätzung gar nicht geht. Dann folgt das Annehmen und Konkretisieren von Problemen. Nachdem man eigene Position deutlich gemacht hat überlegt man gemeinsam (im Paar oder mit dem Trainer zusammen) was getan werden soll um das Problem zu lösen.

Der letzte Teil war dem Stress gewidmet. Auch das passiert nur in Kopf durch ständige Bewertung. Die Fläche ist zu klein, zu rutschig, zu viele Paare usw., usw…Die Konsequenz daraus sind Emotionen, die mich wieder zum Bewerten auffordern. Und so geht es immer weiter im Kreis, aus dem ich nur herauskomme, indem ich meine Emotionen ändere, positive Selbstgespräche führe, meine Schwächen vergesse, meinen Potenzial zeige und auf dem Punkt fokussiert bleibe. Wenn wir es schaffen Probleme zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie zu bewerten, gelangen wir zu Gelassenheit. Damit wurde Prof.Dr.Eberspächer mit Standing Ovation entlassen, in der Hoffnung Ihn bald wieder in Bad Kissingen zu sehen.”

Stephan Frank schreibt über den weiteren Verlauf des Abends: “Die undankbare Rolle direkt nach Prof. Dr. Eberspächer aufzutreten hat Dr. Hans-Jürgen Burger mit Bravour gemeistert und den anwesenden Trainern die Themenkomplexe “Tanzsport in der Prävention” und “Tanzen als Schulsport” nahe gebracht. Unter beiden Überschriften verbirgt sich unter anderem auch eine Chance für Vereine neue Mitglieder zu werben. Souverän und kurzweilig führte Dr. Burger durch seine Lerneinheiten, setzte auch Powerpoint angemessen ein und hat ein besonderes Lob für sein stoisches Ertragen der hohen Temperaturen im Saal verdient: Er trug (als einziger) Jacket und Kravatte!

Unbestreitbarer Höhepunkt des Tages war der “Evening mit Hugo Strasser”. Udo Schmidt führte charmant und feinfühlig durch das Gespräch und Hugo Strasser, der sich sichtlich wohlfühlte und – so seine eigenen Worte – gerührt durch den mehr als herzlichen Empfang war, unterhielt die Anwesenden mit der Geschichte, wie er zur Musik kam, mit Episoden und amüsanten Begebenheiten aus seinem Leben. Als Schlüsselpunkt seiner Karriere bezeichnete er die Zusammenarbeit mit dem damaligen ADTV, er erklärte wie sehr er immer auf korrekte Tempi geachtet hatte und erläuterte wie er es mit einem Bläser orientierten Orchester geschaft hat auch Tänze, welche durchaus andere Instrumentierung bevorzugen (z.b. Tango) durch seine Klarinette doch tanzcharakteristisch darzubieten. Eben diese Klarinette, eine Sonderanfertigung speziell für ihn, durfte natürlich nicht fehlen und kam immer wieder zum Einsatz. Ein ganz besonderer Moment war es, als er “Der Schleier fiel” anspielte, ein Stück welches er ganz besonders mit Oliver Wessel-Therhorn in Verbindung brachte, und das dieser sich auch immer wieder auf Turnieren von Hugo Strasser gewünscht hat. Immer wenn Hugo Strasser die Klarinette spielte, war nichts von seinem Alter zu spüren. Es war für alle Anwesenden ein unvergessliche “Lehreinheit”, welche jeden in einer ganz besonderen Stimmung in den restlichen Abend entlies.”

Herbert Stuber beschreibt den Abend ganz ähnlich: Am Ende eines langen Tages mit – dank hervorragender Referenten – sehr interessanten überfachlichen Unterrichtseinheiten bescherte uns die TSTV noch einen “Evening with Hugo Strasser”. Udo Schmidt hatte in mehreren Anläufen seine ganze Überredungskunst aufbringen müssen, daß der 91-jährige unbestrittene Grand Seigneur der Tanzorchester-Leader dieser Einladung folgte. Herr Strasser gab der Form eines Podiumsgesprächs den Vorzug vor einem Vortrag und wurde gleich zu Beginn mit einem derart enthusiastischen Vorschussapplaus empfangen, daß ihm die Rührung anzusehen war. Die von Udo Schmidt vorbereiteten und behutsam vorgetragenen Fragen nahm er spontan auf und erzählte freimütig mit erstaunlichem Detailgedächtnis und humorvoll eingestreuten Anekdoten von den Anfängen in seiner musikbegeisterten Familie, seiner eher zufällig entdeckten (auch physiognomisch bedingten) Eignung für das Klarinettenspiel, und dem wechselvollen Karrierestart während der Besatzungszeit in den Nachkriegsjahren. Das stilprägendste Element jedoch sah er in seiner Verbundenheit und Zusammenarbeit mit dem ADTV über Jahrzehnte. In dieser Zeit verfestigte sich der unverwechselbare Sound seines Orchesters, immer basierend auf der Linie seines Klarinettenspiels, sei es solistisch oder unterschwellig eingebunden in das Ensemble. Bereitwillig gab er auf seinem vor 15 Jahren exclusiv für ihn handgefertigten Instrument Kostproben seiner ungebrochenen Virtuosität und weckte damit in uns allen Erinnerungen an große tanzsportliche Events, die mit seinem Namen untrennbar verbunden sind. In seinem Schlusswort äußerte er noch den Wunsch, es möchten ihm noch ein paar Jährchen zur Ausübung seines geliebten Jobs vergönnt sein; dem konnten wir uns alle nur aus vollem Herzen und mit einer minutenlangen „Standing Ovation“ anschließen.

Lieber Hugo Strasser, alles Gute und vielen, vielen Dank!”

Zweiter Tag – Latein

Der zweite Lateintag stand ganz im Zeichen von Andrej Skufca und Melinda Törökgyörgy und ihrem Beitrag zum Thema “Space”.

Daniela Orasani schreibt dazu: “Tanzen auf höchstem Niveau, ästhetisch und mit einem sichtbaren Genuß von Bewegung und Partnering. Dieser Eindruck war der rote Faden, mit dem wir von Andrej Skufca und Melinda Törigörgiy durch das Thema “Space” über mehrere Tänze geführt wurden. Besonders beeindruckend für mich wurde der Space im Paso Doble anhand der gut nachvollziehbaren Übungen sichtbar gemacht. Es war ein sehr gelungener Tag den wir alle visuell und inhaltlich sehr genießen konnten. Vielen Dank dafür!”

Monika Niederreiter meint: “Bei hochsommerlichen Temperaturen war es für Referenten und Teilnehmer kein reines Vergnügen, den ganzen Tag konzentriert bei der Sache zu bleiben und sich auch noch körperlich zu betätigen. Aber Andrej und Melinda ist es gelungen, unterhaltsam und informativ über vier Tänze das dem Lehrgang übergeordnete Thema „Space“ an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Obwohl erst am Tag zuvor aus China zurückgekommen begeisterten sie die Teilnehmer des Lehrgangs mit einer außerordentlich guten Demonstration, einer sehr sympathischen Art und engagiertem Unterricht. Definitiv auf höchstem Niveau!”

Erster Tag – Latein

Horst Beer

Der erste Tag in Bad Kissingen startete mit Bundestrainer Horst Beer. Heide Glaser schreibt: “Wie auch im letztem Jahr gewünscht gab HB einen Einblick in die davor stattgefundene WR Schulung, bei der von den referierenden TR. festgestellt werden musste, dass auch bei den guten Kaderpaaren (was ich persönlich doch etwas fassungslos zur Kenntnis nahm) sehr oft keine od. nur ungenügend Kenntnis über die Musik, auf die die Paare täglich trainieren, vorhanden ist. Jedoch blieb aus seiner Erfahrung her festzuhalten, dass die grosse Anzahl der Paare lt. Aussage nicht genügend Trainingseinheiten zur Verfügung stehen, die dringend benötigt würden. Wie gut wäre es, wenn die Vereine sich zu einem offenen freien Training im Sinne der Paare entscheiden könnten und nicht vor lauter “Vereinsmeierei” das eigentliche Ziel eines Tanzsportvereins – den Leistungssport zu fördern – vergessen.
Weiterhin teilte er uns mit, dass es nicht mehr so ist, dass “einmal Kader immer Kader”, sondern dass sich jedes Paar wieder neu beweisen und bewähren muss um aufgenommen zu werden.

Die Idee und Umsetzung von dem neuen Team 13, Jugendpaare, die sich international zeigen möchten darauf vorzubereiten was sie erwartet, finde ich persönlich sehr gut. Hier auch einen Dank an die Trainer, die an dieser Aktion kostenlos mitarbeiten.
Kurz angesprochen wurden auch die neuen WDSF Wertungsrichtlinien, die ab der 24er Runde greifen werden.
Leider kam das Hauptthema: “Space” (u.a. durch Opposite im Körper hervorgerufen) etwas zu kurz. Es blieb nur wenig Zeit in einer kleinen Schrittfolge dies zu trainieren.”

Noch einige weitere Stimmen aus dem Teilnehmerkreis:

Elke Maibauer: “Horst hat seine Lecture über Kaderstrukturen, ein an sich sehr trockenes Thema, durch seine symphatische und engagierte Art sehr interessant gehalten. Er hat in seiner Rolle als Bundestrainer den anwesenden Trainern klar aber trotzdem wertschätzend vermittelt, was er sich als Aufbauarbeit wünscht und auch konkrete Anregungen zur Arbeit mit den Paaren gegeben.
Schade war, dass im zweiten Teil als er Prinzipien zum Thema Space anhand von Basic vermittelt hat, die Zeit zu kurz war. Ich hätte mir diesbezüglich noch eine weitere Lerneinheit gewünscht.”

Eddi Broschat: “Horst hat es geschafft mit seiner Lekture den Trainerlehrgang kurzweilig und informativ zu eröffnen. Die Zusammenfassung der vorangegangenen Wertungsrichterschulung finde ich für Trainer sehr wichtig, um zu wissen worauf der Fokus gelegt werden sollte. Das Thema Kaderstruktur und deren Eingangsvoraussetzung war wichtig zu erklären, da er auch auf Fehler und Versäumnisse aufmerksam gemacht hat, die beim Arbeiten mit potentiellen Kaderpaaren auftreten können.”

Es folgten drei Unterrichtsblöcke, in denen Holger Nitsche und Jürgen Neudeck ihr Prinzip Rythmecality – heute speziell in der Samba – vorgestellt haben. Auch dieser Unterricht kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Heide Glaser meint dazu: “Auf diese Schulung hatte ich mich sehr gefreut und wurde wie erwartet in keinster Weise enttäuscht. Jürgen und Holger bauten die UEs sehr geschickt auf mit der sachten Heranführung an das doch sehr komplexe Thema “Rhythmecality”, wobei die Betonung deutlich auf dem “me” liegt, da jeder Tänzer erst einmal für seinen eigenen Rhythmus im Körper verantwortlich ist. Diese Herangehensweise von J+H ist bestimmt eine, die evtl. mehr Zeit in Anspruch nimmt, aber letztendlich zum größeren “Musikerlebnis” beiträgt und dem Tänzer somit auch mehr Erfolg + Spaß verspricht. Ãœber eine einfache Definition “was ist Timing (wann) und was ist Rhythmus (wie)” ging es dann um die Erkundung der einzelnen Töne/Geräusche. Diese gilt es so genau wie möglich zu definieren, wie hoch/tief od. kurz./lang nur als einfaches Beispiel. Durch eine veränderte Zählweise, die eben nicht auf Zahlen basiert, sondern auf phonetischen Lauten, erhält der Tänzer eine komplett andere Vorstellung der Musik. Normalerweise würde er sich jetzt schon mit irgendwelchen Schrittmustern auf Zahlen abmühen. Jetzt sind natürlich wir als Trainer gefordert, uns intensiv mit diesem Thema zu befassen um uns selbst an die phonetischen Klänge zu gewöhnen und diese auch anzuwenden.

Das Buch+die CD (endlich mal eine Musik, bei der die Paare auch die Chance haben die Instrumente zu hören und zuzuordnen) das die Beiden mit sehr viel Hingabe über Jahre hinweg ausgearbeitet haben, wird den interessierten Trainern sicher eine große Unterstützung sein in ihrer eigenen Arbeit und somit auch in der Entwicklung der Paare. Nach einer leider ganz kleinen “Showeinlage” von H+J wurden sie mit Standing Ovations verabschiedet.”

Auch weitere Teilnehmer äußern sich sehr positiv:

Elke Maibauer: “Holger und Jürgen sind ein tolles, symphatischen Team. Beide sind kompetent und ergänzen sich wunderbar durch ihre gegensätzliche Art der Präsentation. Schön, dass endlich das Thema Rhythmus sein eigenes Technikwerk bekommt. Man merkt wieviel Arbeit, fundierte Recherche über den Tellerrand hinaus und Leidenschaft in der Verwirklichung dieses Werkes stecken. Ich bin sicher, dass dieser Ansatz der richtige ist und wünsche mir, dass dieses Thema in dieser Art und Intensität auch im Standardbereich behandelt wird.”

Eddi Broschat: “Bei Holger und Jürgen fand ich besonders gut, dass ein vermeintlich altbekanntes Thema neu betrachtet und in eine klare Struktur gegossen wurde. Viele hilfreiche Tipps kann ich für meinen Untericht mitnehmen.”

Wer von den Teilnehmern noch kein Exemplar von “Rythmecallity – Samba” erwerben konnte hat noch Gelegenheit dies bei Udo Schmidt unter udo.schmidt@tstvev.de zu tun.