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Das Verständnis von Stabilität im Tanzen ist anders geworden

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wie wir alle wissen, hat der Tanzsport in den letzten 20 – 30 Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht.  Das Tanzen hat sich zu einem wahren Sport entwickelt. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen ein Champion den Slowfox mit einer Untertasse auf dem Kopf tanzen konnte. Es war wunderbar, die Körperbeherrschung und die Paarharmonie in der Musik zu beobachten. Ein Gefühl der totalen Freiheit im Paar hatte man dabei aber nicht gespürt. Wie Lucca Baricchi, selbst auch ein genialer Tänzer und Champion, beim Unterricht mehrmals betont hat, mussten viele Tabus von damals gebrochen werden, um das moderne – freie Tanzen zu ermöglichen.

Das Verständnis der Stabilität im Tanzen ist anders geworden. Gekonnte Bewegungen (z.B. des Rahmens in den Standard Tänzen) haben auf das Gleichgewicht des Athleten bei richtiger Ausführung keinen negativen Einfluss mehr. Die Bewegungsfreiheiten und dadurch gegebene Bewegungsmöglichkeiten sind so groß geworden, dass es niemanden verwundert, dass die Musikalität im Moment bei vielen Paaren nicht im Vordergrund steht. Man genießt die gewonnenen Gestaltungsmöglichkeiten, die Musikalität wird folgen. Davon bin ich fest überzeugt.

Für die völlig neuen Aufgaben, die der Körper beim heutigen Tanzsport bewältigen soll, muss er auch „neu“ ausgebildet werden. Die Athleten brauchen einfach andere Fähigkeiten , als es noch vor den erwähnten 20 – 30 Jahren der Fall war.

Für die kontrollierte Beweglichkeit des Körpers ist eine stabile Körpermitte unentbehrlich. Wie zwei Zahnräder funktionieren die Körperteile über und unter der Mitte miteinander. Schulter- und Hüftlinie neigen und drehen in entgegen gesetzte Richtungen. Das bringt Stabilität und dadurch Sicherheit. Die Körpermitte bleibt bei den Bewegungen ruhig über dem Fuß. Es entsteht ein konstanter, wenn auch sich ständig ändernder Kontakt im Paar, der die Freiheit der Tänzer nicht negativ beeinflusst. Ein stabiler Körper = ein beweglicher Körper.

Als sehr hilfreich und unterstützend diesbezüglich empfand ich die Unterrichts-Stunden mit Anette Falk in Bad Kissingen 2015 beim Trainer C Lehrgang. Die modernen Ansichten und Methoden im Aufbau der koordiniert funktionierenden Muskelstränge waren für mich beeindruckend.

 „Core Stability meets Fascial Bodywork“ – wie Anette Falk ihren Beitrag in unserer Rubrik “Fachartikel” genannt hat, ist der Weg für die Athleten, um ihren Körper für die neuen Aufgaben zu ertüchtigen und zu schulen.

Wir sind Anette Falk sehr dankbar, dass sie sich für uns die Zeit genommen hat und für die Leser der TSTV News ihre Person und ihre Arbeit noch einmal zusammenfassend beschrieben hat.

Euer/Ihr Pavel Minarik