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Professional Practice in Güstrow – Ein gutes Konzept und eine gelungene Premiere!

Ein neues Lehrgangskonzept präsentierte die TSTV in Kooperation mit der Professional Division des DTV und dem Tanzsportverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) am ersten Märzwochenende 2014 in der Sportschule Güstrow. Unter der Schirmherrschaft von TSTV-Schatzmeister Udo Schmidt und PD-Educationdirektor Manfred Orth sollte der Lehrgang im Gegensatz zu anderen Lehrgangskonzepten stark praxisorientiert sein und Profi- sowie Amateurpaare ab der B Klasse gleichermaßen ansprechen wie auch Inhaber von Trainer- und Wertungsrichterlizenzen. Es konnten nämlich bis zu 16 fachliche LE’s für den Lizenzerhalt erworben werden – ganz im Sinne der weisen Worte von Christa Fenn, dass man auch nur das bewerten oder unterrichten könne, was man auch mit seinem eigenen Köper mal gespürt habe. Wichtig war den Organisatoren auch, die Informationen aus erster Hand direkt von aktiven oder erst kürzlich emeritierten Top-Profis zu bekommen. So wurden bei der Auswahl der Referenten die gleichen Maßstäbe angesetzt wie auch bei den „großen“ Lehrgängen der TSTV oder des DTV. Für die Lateinsektion waren die ehemaligen Lateinweltmeister Peter und Kristina Stokkebroe aus dem benachbarten Dänemark geladen. Für den Standardbereich konnte die PD des DTV sogar ein Paar aus den eigenen Reihen, nämlich die mehrfachen Welt- und Europameister Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler präsentieren. Sehr intensiv konnten die Teilnehmern in jeweils vier Einheiten á 1,5 Stunden mit den Referenten arbeiten. Diese standen darüber hinaus auch für Privatstunden zur Verfügung. In der unterrichtsfreien Zeit konnte das Erlernte im freien Training nachgearbeitet werden und für alle, die noch nicht genug hatten, gab es am Samstagabend eine Practice Night.

Auch an dem Preis-Leistungs-Verhältnis war mit 50,00 € pro Person und Sektion nichts zu meckern. Für Mitglieder der TSTV bzw. der PD des DTV war der Lehrgang sogar kostenlos. Insgesamt ca. 60 interessierte Paare begrüßten Waldemar Dullek, Präsident des gastgebenden Tanzsportverbandes Mecklenburg-Vorpommern und der TSTV-Präsident Adalbert Wigger in der großzügigen Hallenanlage der Sportschule Güstrow, die gleichzeitig über günstige Übernachtungsmöglichkeiten im benachbarten Gästehaus verfügte. Insgesamt muss dem TMV für seine Gastgebereigenschaften ein größtes Lob ausgesprochen werden, da er den Aufenthalt sympathisch und gut organisierte. Auch wurden den Teilnehmern kostenlos Getränke und Obst zur Verfügung gestellt, was keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist.

Humorvoll aber mit klarem Ziel gestalteten Claudia und Benedetto ihren Unterricht und schafften es, die Teilnehmer der unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen sehr geschickt zu integrieren. So demonstrierten sie zu Beginn nicht nur, wie man weltmeisterlich auf und von der Fläche geht, sondern auch, wie eine klare Struktur bei der Positionierung und Haltungseinnahme den Stress im Turnier verringern kann. Danach wurden wichtige Grundprinzipien und Charakteristika in verschiedenen Tänzen erarbeitet. Es wurde im Langsamen Walzer die typische Entwicklung des Schwungs durch den Körpertransport in Verbindung mit dem Heben und Senken genau analysiert. Im Tango wurden die für die staccato-artigen Bewegungen notwendigen Impulse – in der neuen Technik als „Sudden Movements“ bezeichnet – in ihre Einzelteile zerlegt. Im Wiener Walzer veranschaulichten sie, wie durch Neigung Dynamik entsteht. Abschließend wurden im Quickstep die Unterschiede zwischen Schwungelementen und gesprungenen Passagen erarbeitet und die verschiedenen Arten von Sprüngen geübt. Sehr aufschlussreich wurde auch die historische Entwicklung der einzelnen Tänze dargestellt und warum man heute z.B. neigt und rotiert. Auch andere wichtige Themen wurden stets mit einbezogen, wie beispielsweise die musikalischen Besonderheiten der Tänze, die Aufteilung der Fläche beim Tanzen oder auch immer wieder die korrekte Fußarbeit.

Das Konzept der Professional Practice ist aufgegangen. Auf die Frage der Organisatoren am Ende des Lehrgangs, ob es gefallen habe und wiederholt werden sollte, antworteten die Teilnehmer mit heftigem Applaus. Uns als aktive Tänzer und Lizenzinhaber hat das Lehrgangskonzept überzeugt. Gerade für aktive Lizenzinhaber ist es immer ein Balanceakt, neben den eigenen Wettkämpfen und Training die notwendigen LE’s für den Lizenzerhalt zu sammeln. Dieses Konzept ermöglicht es, das Notwendige mit dem Praktischen zu verbinden und bietet aktuelle Informationen höchster Qualität in angenehmer Atmosphäre für alle Teilnehmer. Einziger Wermutstropfen: Die Örtlichkeiten hätten ruhig noch einige Teilnehmer mehr vertragen können. Vermutlich hätte es auch noch mehr Interessenten gegeben, die wohl von dieser Veranstaltung erst an dieser Stelle lesen. Die Organisatoren können deshalb bei der nächsten Professional Practice ruhig selbstbewusster dafür werben. Denn das Konzept der Professional-Practice passt. Wir kommen jedenfalls gerne wieder.

Sascha Wakup & Ann-Katrin Bechtold

(Teilnehmer der “Professional Practice” in Güstrow)