Willkommen bei der TSTV.e.V.
Ihrer Tanzsporttrainer Vereinigung
Das überfachliche Thema „Prävention interpersoneller Gewalt“ fortführend beleuchtete Dr. med Sonja Holten (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) die psychischen Folgen der Gewalt sowie die Beziehung zwischen Trainerperson und Sportler – durch die vertikale Beziehung können (emotionale, leistungsbezogene, kognitive/mentale und soziale) Abhängigkeiten entstehen. Ein Trainer habe mit dem Aufbau von Vertrauen, respektvollem Umgang, Förderung von Eigenverantwortung und Autonomie des Sportlers, beidseitiger Reflexion der Beziehungsdynamik sowie Kommunikation auf Augenhöhe verschiedene Möglichkeiten diesen Abhängigkeiten entgegenzuwirken. Das Grundkonzept gewaltfreier Kommunikation (Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte) beachtend führt zum empathischen Umgang. Grundsätzlich brauche es keine Therapiekompetenz, um bei Wahrnehmung psychologischer Probleme nicht wegzusehen – die gesunde Beziehung zu den Schülern sei die Kernaufgabe des Trainers.
Im Anschluss und das überfachliche Thema abrundend stellte sich die unabhängige Ansprechstelle „Safe Sport e.V.“ vor. Mit dem Ziel, Betroffenen einen von Institutionen unabhängigen Raum zu schaffen, können sich Menschen, die interpersonelle Gewalt im Breiten-/Spitzensport erlebt oder beobachtet haben, an diese Beratungsstelle wenden.
Das DTV-Jahresthema „Personality is the key” aufgreifend betonte Christa Fenn, Paare dürfen nicht unpersönlich sein, müssen hingegen berühren – die „Einzigartigkeit eines Paares“ mache es interessant. Diese Einzigartigkeit herauszuarbeiten sei die Aufgabe des Trainers, hierfür müsse er aber erst einmal definieren, wofür er selbst stehe… .
Damit die Kommunikation im Paar funktionieren können, müsse sich jeder für sich erst einmal korrekt aufrichten – während die Halswirbelsäule aufwärtsfährt, fahren die Seiten zum Boden. Im Anschluss werden Hände/Fingerspitzen mit den Füßen verbunden. Für die Verbindung zweier Partner an sich reicht der Kontakt über die Fingerspitzen aus.
„Die Zeit steht fest, die Strecke ist beliebig“ / „Getanzt wird mit dem Standbein“
Im Gegensatz zu anderen Sportarten geht es im Tanzsport darum, was Tänzer in dem vorgegebenen Zeitrahmen daraus machen – hierfür muss stets das Standbein genutzt werden. Vorwärts-/rückwärtsausholbewegungen finden im Standbeinfuß statt, anders als Technikbücher es vorzugeben scheinen, da hier stets der Fokus auf das Schreitbein gelegt wird. Insofern brauche es gesteigertes Bewusstsein für das Standbein.
Im Slowfox veranschaulichte Christa diese Prinzipien an einer Kurzchoreo, zeigte, dass eine „Seitenführung“ durch die Rotation in der Standbeinmuskulatur ausgelöst wird und dass das Schreitbein alleine durch Aktion des Standbeins schließt.
Betrachtet man das Aufstellen im Tango führt die Rotation der Standbeinmuskulatur zum höheren Spann des Standbeinfußes. Bei Herstellung von Promenadenpositionen sei betont, dass die Hüften stark drehen – es geht nicht darum, „die Seiten geschlossen zu halten“.
Im Anschluss wurde der WDSF Standard-Syllabus dargestellt – Natasa Ambrosz stellte mithilfe ihres Schülers Akim Pekunov jeweils vier kurze und lange Seiten in den Tänzen Langsamer Walzer, Tango, Slowfox und Quickstep dar: Basicfiguren, Rotationswechsel, rhythmische Differenzierungen - interessante Kombinationen von bekannten Figuren, die die Teilnehmer zum Abschluss des dritten Tages aufmerksam umsetzten.
Die Anmeldung für den Online-Lehrgang ist noch möglich.
Fotos: ©Volker Hey









































